Mariae Himmelfahrt, Hallgarten

Läutemotive

Das Totengeläut

Das Sterbeläuten, Totengeläut oder in Hall-garten besser bekannt als „Klängsen“, be-zeichnet das Glockengeläut, das immer dann vom Kirchturm zu hören ist, wenn ein gelieb-ter Mensch aus unserer Gemeinde verstorben ist. Als Zeichen für die Gemeinde ist es jeweils um kurz nach 18:00 Uhr, direkt nach dem Angelusläuten, zu hören. Die „große Gemeindeglocke“ oder auch „Totenglocke“, die größte und tiefste Glocke, beginnt zu-nächst alleine für 4 Minuten zu läuten. Danach stimmen die „Wächterglocke“ und die „Schröterglocke“ für weitere vier Minuten mit ein. Ursprünglich trafen sich die Familie, Freunde und Nachbarn des Verstorbenen im Trauerhaus, um beim „Hausgebet“ für den Verstorbenen zu beten und ihm zu gedenken. Dabei hat es dann natürlich „geklängst“. Dieses Läutemotiv begleitet im Übrigen auch die Trauergemeinde nach dem Trauer-gottesdienst in der Kirche auf dem Weg zum Friedhof.

Mailäuten

Seit altershehr gilt der Mai für katholische Christen als der Monat, in welchem die Muttergottes in besonderer Weise verehrt wird. Maria, die Mutter Jesu, ist Sinnbild für das Schöne und Reine, welches von Gott kommt und wie wir es besonders in der erwachenden, frischen, jungen und farbenfrohen Natur im Monat Mai vorfinden.

In manchen Häusern in unserer Gemeinde stellen Familien eine Marien Figur oder Bild auf und versehen es mit Blumen oder Kerzen. „Maialtar“ wird es ganz liebevoll im Volksmund genannt. Vor einem solchen Maialtar war, oder ist es heute noch üblich, dass sich Familien allabendlich während des Mailäutens versammeln und zur Muttergottes beten. Deshalb gibt es bei und in Hallgarten auch noch den alten Brauch, dass im Mai jeden Abend alle Glocken der Kirche erschallen. Vom Abend des 30. April bis zum Abend des 31. Mai erklingen sie immer um 20:00 Uhr für 5 Minuten.

Das Mailäuten hat in Hallgarten eine lange Tradition. Auch die Verehrung der Muttergottes, was auch durch das Patrozinium „Mariae Himmelfahrt“ ganz deutlich zum Ausdruck kommt.

Es soll nicht etwa eine romantische Klangfülle über unserem Dorf sein, ein Relikt vergangener Zeiten. Es ist für uns als Christen ein Erinnern an unser Gebet zur Muttergottes, die für uns alle Fürsprecherin und Mittlerin bei Gott ist.

Lauschen Sie doch den Glocken mal während des Mailäutens und folgen ihrem Ruf und ihrer Einladung zum Gebet. Eingeladen sind Sie auch alle im Monat Mai zu den sonntäglichen Maiandachten um 18:00 Uhr.